Vorbeugender Brandschutz – Kabelanlagen mit integriertem Funktionserhalt nach DIN 4102‑12
Sicherheit vor allem im Bereich der kritischen Infrastrukturen gewinnen heute immer mehr an Bedeutung. Dies bezieht sich nicht nur auf vorbeugende Maßnahmen zur Abwehr von Cyberangriffen, sondern auch auf die physische Sicherheit im Bereich der gesamten Gebäudetechnik. Ohne einen vorbeugenden Brandschutz ist der Betrieb eines Gebäudes nicht möglich. Gesetzliche Regelwerke und baurechtliche Anforderungen für Errichter und verantwortliche Betreiber müssen eingehalten werden, um im Schadensfall abgesichert zu sein.
Zertifizierungsinformationen
Dieses Seminar gilt ebenfalls als Updateseminar für GIV Sachkundige nach VdS Richtlinie 3117
Zielgruppe
Die Schulung richtet sich an Fachkräfte und Verantwortliche, die in Planung, Ausführung, Prüfung oder Überwachung elektrischer Anlagen mit brandschutztechnischen Anforderungen eingebunden sind. Dazu zählen insbesondere:
- Elektrofachkräfte und Elektroplaner
- Fachplaner für vorbeugenden Brandschutz
- Bauleiter und Projektleiter
- Errichter sicherheitsrelevanter Anlagen
- Mitarbeitende aus Facility Management und technischer Gebäudeausrüstung
- Sachverständige und Prüfer
- Mitarbeitende von Behörden und Bauaufsichten
Dauer: 1 Tag
Zielsetzung
Die Schulung vermittelt fundierte Kenntnisse zum vorbeugenden Brandschutz mit dem Schwerpunkt Kabelanlagen mit integriertem Funktionserhalt nach DIN 4102‑12.
Behandelt werden die baurechtlichen Grundlagen, relevante Regelwerke (DIN, VDE, MBO, MLAR, MVV TB) sowie die normativen Anforderungen an Planung, Prüfung und Ausführung.
Die Teilnehmenden lernen, wann Funktionserhalt gefordert ist, welche Systemkombinationen zulässig sind und welche Pflichten Errichter und Verantwortliche erfüllen müssen. Ergänzt wird die Theorie durch praxisnahe Beispiele zur Verlegetechnik und zur fachgerechten Umsetzung auf der Baustelle.
Ziel ist es, die sichere und normkonforme Umsetzung von Kabelanlagen mit Funktionserhalt im Brandfall zu gewährleisten.
Gruppengröße und Didaktik
Für optimale Interaktion von Teilnehmenden und Trainer und bestmöglichen Lernerfolg ist das Seminar auf 12 Personen begrenzt. Theorie und Praxis sind in den Trainingsmodulen eng miteinander verflochten.
Seminarbeurteilung zur Qualitätssicherung
Im Anschluss an das Seminar erhalten die Teilnehmenden einen Beurteilungsbogen. Dieses Teilnehmer-Feedback gestattet uns, Inhalte, Unterlagen und Organisation unserer Seminare weiter zu verbessern und noch enger an die Bedürfnisse der Teilnehmenden anzupassen.
Testate
Jeder Teilnehmer erhält eine persönliche Teilnahmebestätigung.
Seminarinhalte und Gliederung
Vorbeugender Brandschutz – Kabelanlagen mit integriertem Funktionserhalt
nach DIN 4102‑12
Zielsetzung
Darstellung der grundlegenden Anforderungen des vorbeugenden Brandschutzes sowie der Planung und Ausführung von Kabelanlagen mit Funktionserhalt
Berücksichtigte Regelwerke:
- VDE‑Vorschriften
- DIN‑Normen (v. a. DIN 4102‑12)
- Baurechtliche Grundlagen (MBO, MLAR, MVV TB)
1. Baurechtliche Vorschriften
1.1 Allgemeines
Der vorbeugende Brandschutz basiert auf:
- öffentlich‑rechtlichem Baurecht
- technischen Baubestimmungen
- normativen Regelwerken (DIN, VDE)
Ziel: Sicherstellen der Funktionsfähigkeit sicherheitsrelevanter elektrischer Anlagen im Brandfall.
1.2 Musterregelwerke der ARGEBAU
- MBO – Musterbauordnung
- MLAR – Muster‑Leitungsanlagen‑Richtlinie
- MVV TB – Muster‑Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen
→ Grundlage für die Landesvorschriften.
1.3 Landesbauvorschriften
Regeln:
- wann Funktionserhalt gefordert ist
- wie Leitungsanlagen zu installieren sind
- welche Nachweise und Dokumente erforderlich sind
1.4 Wann Funktionserhalt gefordert ist
Für sicherheitsrelevante Anlagen wie:
- Brandmeldeanlagen
- Sprachalarmierung
- Löschanlagen
- Sicherheitsbeleuchtung
- Rauch- und Wärmeabzüge (RWA)
- Feuerwehraufzüge
2. Funktionserhalt nach DIN 4102‑12
2.1 Allgemeines
Die Norm definiert:
- Anforderungen an Kabelanlagen mit Funktionserhalt
- Prüfverfahren
- Montagebedingungen
2.2 Prüfvorschriften
Prüfung im Brandofen nach ETK (Einheitstemperaturkurve).
Geprüft wird immer das gesamte System:
- Kabel
- Tragsystem
- Befestigungstechnik
- Montageabstände
Nur geprüfte Systemkombinationen sind zulässig.
2.3 Funktionserhaltsklassen
- E30 – 30 Minuten
- E60 – 60 Minuten
- E90 – 90 Minuten
2.4 Prüfzeugnisse
Nachweise über:
- verwendete geprüfte Systeme
- richtige Verlegeart
- Montageabstände und Befestigungsmittel
2.5 Pflichten des Errichters
- nur zugelassene Systeme verwenden
- Montage nach Norm & Prüfzeugnis
- Dokumentation erstellen
- Kabelanlage kennzeichnen
- Qualitätssicherung durchführen
3. Verlegetechniken
3.1 Grundlagen
Eine Kabelanlage mit Funktionserhalt besteht aus:
- Kabeln mit verbessertem Brandverhalten
- geprüften Tragsystemen
- zugelassenen Befestigungsmitteln
4. Praktische Anwendung der Kabelverlegung aus der Praxis
(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)
Lehrgangsbedingungen
Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Veranstalters

