4 Tage Kompakt Teil 1+2
VdS-Anerkennungsverfahren RZ-Sachkundige nach Richtlinien 6076
Schwerpunkte des 4-tägigen Teil 1+2:
Projektinitialisierung, bauliche Gegebenheiten und physische Sicherheit im Rechenzentrum
Teil 1 (Tag 1+2): Basiswissen- und Projektinitialisierung bei RZ-Projekten
Teil 2 (Tag 3+4): Gebäudekonstruktion und sicherheitstechnische Einrichtungen in einem RZ
Zertifizierungsinformationen
Die nachfolgenden Fachseminarteile behandeln prüfungsrelevante Themen zur Vorbereitung auf den Basistest (Multiple Choice Test) und die VdS Abschlussprüfung zum RZ- Sachkundigen nach den VdS Richtlinien 6076.
Zielgruppen
- Planer, Errichter und Ingenieure für Rechenzentrumsinfrastrukturen
- Betreiber von Rechenzentren und technischen Anlagen
- Fachkräfte aus Facility Management, Gebäude- und Netzwerktechnik (Betrieb und Instandhaltung)
- Projektverantwortliche
- Verantwortliche für kritische IT-Infrastrukturen
- Gesamtdauer: 4 Tage
Voraussetzungen:
Idealerweise technisches Grundverständnis aus Sachgebieten der Rechenzentrumstechnik wie: Stromversorgung, Kälte-/Klimatechnik, IT-und Netzwerktechnik, Sicherheitssysteme, Gebäude und Energiemanagement
Testate: Grundsätzlich erhält jeder Teilnehmer eine Teilnahmebestätigung
Teil 1 (Tag 1+2)
Basiswissen- und Projektinitialisierung bei RZ-Projekten (auch einzeln buchbar)
Seminarbeschreibung
Im Umfeld von Rechenzentren arbeiten heute Fachleute aus unterschiedlichsten Disziplinen zusammen – von IT und Infrastruktur über Elektro- und Versorgungstechnik bis hin zu Facility Management, Informationssicherheit, Compliance und Projektmanagement.
Der erfolgreiche Betrieb und die Realisierung moderner Rechenzentren erfordern daher ein grundlegendes Verständnis der technischen, organisatorischen und regulatorischen Zusammenhänge über die Grenzen des eigenen Fachgebiets hinaus.
Dazu gehören unter anderem verschiedene Rechenzentrumstypen, Konzepte zur Kühlung und Stromversorgung, physische Sicherheitsanforderungen, Nachhaltigkeitsaspekte sowie die relevanten Normen, Standards und gesetzlichen Vorgaben.
Gleichzeitig entscheidet sich der Erfolg vieler Rechenzentrumsprojekte bereits vor dem eigentlichen Projektstart. In der Projektinitialisierung werden Anforderungen, Ziele, Rahmenbedingungen, Risiken und Stakeholder frühzeitig identifiziert, bewertet und aufeinander abgestimmt. Dadurch entsteht Transparenz über das Vorhaben und eine belastbare Grundlage für Planung und Umsetzung.
Das Training vermittelt die wesentlichen technischen und regulatorischen Grundlagen moderner Rechenzentren sowie die Methoden einer professionellen Projektinitialisierung.
Erfolgreiche Rechenzentrumsprojekte entstehen nicht erst in der Planung oder Realisierung – sie beginnen mit einer professionellen Projektinitialisierung.
Zielsetzung Tag 1 (Basiswissen)
Dieser Seminar-Tag vermittelt einen Überblick über die wichtigsten Themen rund um das Rechenzentrum: Technik, Geschäftsmodelle, Normen und regulative Herausforderungen. Er vermittelt den Teilnehmenden einen Überblick über unterschiedliche Rechenzentrumsvarianten und deren Besonderheiten (Allgemeine Konzepte nach DIN EN 50600-1) Vorgehensweisen bei der Planung, Errichtung und dem Betrieb eines Rechenzentrums, inklusive Einführung in alle relevanten Normen.
Zielsetzung Tag 2 (Projektinitialisierung)
Der Projekterfolg hängt maßgeblich von der Projektinitialisierung ab! Eine Vielzahl von Projekten scheitern oder erfüllen nicht die Erwartungen und Ziele aufgrund von Versäumnissen und pauschalisierten groben Annahmen zu Beginn des Projektes. Mit der vorgelagerten Initialisierungsphase werden wichtige Fragen (regulatorisch, strategisch, organisatorisch, technisch, infrastrukturell, u.v.m.) gestellt und beantwortet, um die verschiedenen Interessengruppen und ihren Erwartungen, Anforderungen und Zielsetzungen einzubinden und zusammenzuführen. Es wird sichergestellt, dass die gesetzten Projektziele mit den Vorgaben der Organisation abgestimmt und deckungsgleich sind. Den Teilnehmern wird ein Vorgehensmodell, Methoden und Instrumenten, Initialisierungs-Checkliste, Aufbau und Inhalte des Projektauftrags, zur Durchführung einer Projektinitialisierung in der eigenen Organisation, zur Minimierung der Projektrisiken, vermittelt.
Seminarinhalte und Gliederung Tag 1 (Basiswissen)
- Rechenzentrumstypen, Besonderheiten und Einordnung
- Server- & Storage-Architektur
- Netzwerkdesign im RZ
- Virtualisierung & Container
- Verfügbarkeit & Redundanzen
- Kühlkonzepte
- Energieversorgung – Netzanschlüsse, USV, Generatoren
- Energie, Nachhaltigkeit & Standort
- Energieeffizienz und Abwärmenutzung
- Nachhaltigkeit – CO₂-Bilanz, Grünstrom, Zertifikate
- Standortfaktoren – Latenz, Netzanbindung, Klima, Risiken
- Sicherheit & Normen
- Geschäftsmodelle & Nutzung
Seminarinhalte und Gliederung Tag 2 (Projektinitialisierung)
- Grundlagen der Projektinitialisierung
- Einführung & Bedeutung der Projektinitialisierung
- Projektanlass, Ziele & Scope im RZ‑Kontext
Inhalte des Seminars Teil2 (2 Tage Praxis)
- Verlegung von Kupferkabeln in vorhandene Installationselemente
- Auflegen von Kupferkabeln und Installation von:
- Patchfeldern
- Datendosen und Module
- Verbindungstechnik
- Kabelmanagement im Verteilerschrank
- Messung der installierten Anlage
- Beschriftung der installierten Anlage
- Überprüfung der Anlage und Dokumentation
Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten!
Teil 2 (Tag 3+4)
Gebäudekonstruktion und sicherheitstechnische Einrichtungen im RZ (auch einzeln buchbar)
Seminarbeschreibung
Bauliche Gegebenheiten und physische Sicherheit sind für das Betreiben eines Rechenzentrums von elementarer Bedeutung. Standortauswahl, Gebäudekonstruktion und alle sicherheitstechnischen Einrichtungen müssen heute ganzheitlich betrachtet werden. Die gesamte technische Gebäudeausrüstung wie Einbruchmeldeanlagen, Zutrittskontrollsysteme, Brandmelde- und Löschanlagen zählen dazu.
Auch Cyber Bedrohungen sind zum Problem geworden, da Schadsoftware über verschiedenste Systeme eingeschleust werden kann. Wenn die TGA ausfällt kann das Rechenzentrum nicht mehr betrieben werden. Eine Microsegmentierung im Bereich der eingesetzten OT-Systeme ist daher heute ebenfalls von aller größter Bedeutung. Unterschiedlichste Automatisierungsprofile und müssen heute sicher vernetzt zusammenarbeiten und Sicherheitslücken geschlossen werden.
Zielsetzung Tag 3
Der erste Teil des Seminars widmet sich den Themengebieten der Gebäudekonstruktion und technischen Gebäudeausrüstung. Es werden Grundlagen im Bereich Einbruchmeldeanlagen, Zutrittskontrollsysteme, Brandmelde- und Löschanlagen, sowie in allen relevanten Sicherungsbereichen und Systemen der technischen Gebäudeausrüstung vermittelt. Inhaltlich werden die Normenteilen DIN EN 50600-2-1 und DIN EN 50600-2-5 und weitere relevante Vorschriften und Normen dabei betrachtet. Das Aufzeigen von Schnittstellen zu anderen Gewerken und Planungsbeteiligter schafft den Teilnehmenden darüber hinaus die Grundlage, gewerkeübergreifende Zusammenhänge besser verstehen zu können.
Zielsetzung Tag 4
Sicherheitsaspekte in der Gebäudeautomation sind heute von hoher Relevanz. Der zweite Teil des Seminars widmet sich daher dem Thema Sicherheit moderner IT- und OT- Infrastrukturen im Bereich der TGA. Die Teilnehmenden werden sensibilisiert, das Thema Sicherheit im gesamten Zusammenspiel der unterschiedlichen Gewerke in einem RZ zu verstehen und Maßnahmen ergreifen zu können. Die unterschiedlichen Protokolle der TGA werden dabei betrachtet und was beim zusammenschalten sicherheitstechnisch zu beachten ist.
Seminarinhalte und Gliederung Tag 3
EN 50600-2-1: Gebäudekonstruktion
- Lage, Standortwahl und Bewertung
- Gebäudekonstruktion
- Bereiche und Zugangswege
- Brandabschnitte und Feuerschutzwände
- Gebäudeausstattung
- Schutzklassen
- Planungsgrundsätze
- Verfügbarkeitsklassen
- Grundlagen Erdungs- EMV- und Blitzschutztechnik
- Grundlagen Brandabschottungen
EN 50600-2-5: Sicherheitssysteme
- Grundlagen Not- und Sicherheitsbeleuchtung
- Grundlagen Brandmeldetechnik
- Grundlagen Sprachalarmierungsanlagen
- Grundlagen BOS-Funk
- Grundlagen Einbruchmeldetechnik
- Grundlagen Zutrittskontrolle und Videoüberwachung
Seminarinhalte und Gliederung Tag 4
Gebäudeautomation
- Grundlagen der Gebäudeautomation
- Kommunikationsprotokolle und Schnittstellen der TGA
- Systemintegration und Zusammenspiel der technischen Gewerke
- Gebäudeleittechnik
- Monitoring, Automatisierung und Betriebsführung
OT-Cybersicherheit
- Grundlagen der OT-Cybersecurity
- Cybersecurity-Risiken vernetzter TGA-Systeme
- Sichere Kommunikation und Segmentierung von OT-Systemen
- Betrieb, Fernwartung und Lifecycle Management
- Praxisbeispiele und Angriffsszenarien
(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)
Lehrgangsbedingungen
Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Veranstalters


